Ramadanbotschaft der römisch-katholischen Kirche in Ottakring 2021

Sehr geehrte Musliminnen und Muslime,
liebe Nachbarn!

Auch in dieser außerordentlichen Zeit, möchte ich Ihnen wieder von Herzen meine Grüße und Segenswünsche zum Ramadan übermitteln.

Viele Menschen und Familien leiden weltweit am Coronavirus oder sind von den schwierigen Bedingungen infolge der Virusbekämpfung betroffen. Als Gottgläubige sind jetzt unser Gebet, unsere mitmenschliche Solidarität sowie eine klare öffentliche Haltung für soziale Gerechtigkeit im Umgang mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise gefragt.

Ich kann mir denken, wie schwierig es ist, den Ramadan als muslimische Familien und Moscheegemeinden unter jenen Versammlungsbeschränkungen zu begehen, die aufgrund des Coronavirus notwendig geworden sind. Auch wir Christen mussten kürzlich Ostern, unser höchstes Fest, ohne öffentliche Gottesdienste feiern.

Aber bleiben wir uns als Gläubige gewiss, Gott ist uns Menschen auch in Krisen näher als einige zuweilen denken. Wer, wenn nicht Er, führt uns zu jeder Zeit in Seinem Segen? Was, wenn nicht ein lebendiger Glaube, kann uns Besonnenheit, Achtsamkeit und Standhaftigkeit für herausfordernde Phasen des Lebens geben?

Mit den besten Wünschen an alle Mitglieder Ihres Vereins und ihre Familien,

Dechant Thomas Natek & Mag. Wolfgang Bartsch

Bittgebet in Verbundenheit und Geschwisterlichkeit

Durch die Papstreise in den Irak hat das Thema unseres letzten Onlinethemenabends („Geschwisterlichkeit“ als Weg in eine friedliche Zukunft) noch einmal eine weltweite interreligiöse Unterstreichung erfahren. Bleiben auch wir als religiöse Institutionen im 16. Bezirk in Gebet und Gedanken miteinander verbunden, auch wenn sich die bewährten Religionenforums-Begegnungen noch nicht wieder aufnehmen lassen. In diesem Sinne lade ich herzlich ein, dieses kurze Bittgebet persönlich oder im Zusammenhang mit gemeinschaftlichen Gebeten/Gottesdiensten zu beten!

Allmächtiger und barmherziger Gott,
der du die Geschwisterlichkeit zwischen all deinen Geschöpfen willst,
segne auch unsere andersgläubigen Nachbarn,
alle Menschen aufrechten Gewissens und guten Willens,
schütze und leite besonders alle religiösen Gemeinschaften in unserem Bezirk,
mit denen wir uns seit Jahren um ein solidarisches Zusammenleben bemühen.
Amen.

Geschwisterlichkeit als Maßstab – Themenabend „Zukunftsbilder und ein Aufruf zur Geschwisterlichkeit“, 12.2.21

Aufgrund der Coronasituation im Rahmen einer Videokonferenz wurde auf Einladung des Vereins „Religion.Begegnung.Friede“ ein hoch aktuelles gesellschaftliches und interreligiöses Thema beleuchtet: Vorstellungen der Menschen und Entscheidungsträger von der Zukunft und welche Maßstäbe wir als Gläubige haben, um uns für oder gegen Zukunftsszenarien zu engagieren.

Erst vor wenigen Tagen rief die UNO den 4. Februar zum „Internationalen Tag der Geschwisterlichkeit aller Menschen“ aus, da zu diesem Datum 2019 Papst Franziskus und Großimam Al-Tayyeb eine vielbeachtete christlich-muslimische Erklärung zu diesem Thema abgegeben hatten.

Mag. Wolfgang Bartsch führte in seinem Onlinevortrag aus, dass die beiden religiösen Führungspersönlichkeiten aufrufen, aus dem Glauben an Gott heraus zu einer menschlichen Geschwisterlichkeit mit der Mitwelt – der Schöpfung wie jedes Menschen als Teil von ihr – zu finden, die wahre Grundlage einer menschengerechten Zukunftsentwicklung werden könne.

Im Lichte aktueller Zukunftsbilder von Menschen und –prognosen der Zukunftsforschung wurde herausgearbeitet, auf welcher Seite Gläubige gemäß dem Geist dieses Dokuments über die Geschwisterlichkeit stehen können. Zudem wurde unterstrichen, dass Geschwisterlichkeit kein inhaltsleerer Allgemeinplatz ist, sondern ein höchst herausfordernder Gradmesser in der Abwägung, ob eine Entscheidung der Natur und dem Mitmenschen, somit dem Gemeinwohl, diene bzw. möglichst wenig schade oder umgekehrt.

Online-Themenabend: Zukunftsbilder und ein Aufruf zur Geschwisterlichkeit

Wie unterschiedlich sind doch die Vorstellungen von der Zukunft! Springt die globalisierte Wirtschaft nach Corona wieder an? Oder liegt der künftige Weg in stärkeren Nationalstaaten? Droht gar ein technologiegestützter Überwachungsstaat? Können wir mitweltgerechten Wandel schaffen?

Mag. Wolfgang Bartsch wird aktuelle Zukunftsbilder jener Vision entgegenhalten, die im christlich-muslimischen Dokument „Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ vor zwei Jahren skizziert wurde.

Donnerstag, 11. Februar 2021 | 19.30 Uhr | Online

Zugangsdaten:

ZOOM-Link: https://zoom.us/j/99731230391?pwd=OElJcitrbG1UL3pvSERLSElXam16dz09
Meeting ID: 997 3123 0391
Passwort: TYi99k
Anleitung: https://support.zoom.us/hc/de/articles/201362193-An-einem-Meeting-teilnehmen

Für diese Video-Konferenz wird die Plattform „ZOOM“ genutzt. Dafür muss grundsätzlich kein neues Benutzerkonto erstellt und ein Programm heruntergeladen werden, es wird allerdings empfohlen. Wir bitten alle, die teilnehmen möchten und keine Erfahrung mit dieser Plattform haben, zeitgerecht für eine funktionierende Teilnahmeumgebung zu sorgen. Danke!

Bei Rückfragen kontaktiert uns gerne unter religionbegegnungfriede@gmx.at!

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme!

Statement des Religionenforums Ottakring zum Terror in Wien am 2. November 2020

Seit Anfang 2004 sind wir in Wien-Ottakring auf einem guten Weg positiver nachbarschaftlicher Kontakte zwischen unterschiedlichen religiösen Institutionen. Seit damals war bewusst, dass der international agierende Terrorismus vor einer europäischen Millionenstadt wie Wien mit ihrer historischen Dimension nicht Halt machen könnte. Die Terrorlage in der Wiener Innenstadt von 2.11.2020 hat uns dies nun vor Augen geführt.

Gerade in diesen Stunden des Schreckens und der Trauer stehen wir zusammen, weil wir wissen, dass wir gewalttätigen Ideologien keinen Raum in unserem Denken, Sprechen und Handeln geben wollen. Durch unsere gelebte Haltung leisten wir Widerstand, wo immer ein Gedankengut des Kulturkampfes und des Auseinanderdividierens in unsere Köpfe und Herzen eindringen möchte. Wir ließen und werden uns unser Zusammenleben nicht von der vergifteten Mentalität dieser Terroristen und ihrer Sympathisanten infiltrieren lassen.

In Gebet, mitmenschlicher Solidarität und fester Friedensgesinnung werden wir uns weiterhin darum bemühen, die aufgeblühten Knospen eines geschwisterlichen Miteinanders geduldig zu begießen und stets vom Unkraut extremistischen Fanatismus frei zu halten. Damit verleihen wir unserer Überzeugung Ausdruck, dass das, was uns in unseren religiösen (kulturellen oder weltanschaulichen) Traditionen unterscheidet, uns als Menschen niemals voneinander trennen darf.

Wolfgang Bartsch
Koordinator „Religionenforum Ottakring“
Wien, 3.11.2020

Download PDF (389 KB)

Statement_TerrorWien_2Nov2020

ONLINE-Themenabend: Corona und Glaube

Wir möchten euch herzlich zum ersten Online-Themenabend des „Religionenforums Ottakring“ mit dem Titel „Corona und Glaube“ einladen!

Am Mittwoch den 4.11.2020 um 19.30 Uhr findet ein Zoom Online-Themenabend des Religionenforums Ottakring mit Kurzvorträgen von Adem Hasanović, M.A. und P. Dr. Franz Helm SVD statt.

Wir stellen uns die wichtigen Fragen:
Was macht die Pandemie mit unserem Glauben?
Welche Lehren können wir aus dieser Situation ziehen?
Welche Rolle sollten wir als Gläubige in der Coronakrise und danach einnehmen?

Danach wird es die Möglichkeit für kurze Rückfragen (und Onlinediskussion) geben!

Die Zugangsdaten sind:
ZOOM-Link: https://zoom.us/j/92929184123?pwd=S0YrODNaUFB6bXl6cWlrNmdjL24yQT09
Meeting ID: 929 2918 4123
Passwort: wR4ij0
Anleitung: https://support.zoom.us/hc/de/articles/201362193-An-einem-Meeting-teilnehmen

Für diese Video-Konferenz wird die Plattform „ZOOM“ genutzt. Dafür muss grundsätzlich kein neues Benutzerkonto erstellt und ein Programm herunter geladen werden, es wird allerdings empfohlen. Wir bitten alle, die teilnehmen möchten und keine Erfahrung mit dieser Plattform haben, zeitgerecht für eine funktionierende Teilnahmeumgebung zu sorgen! Danke!

Bei Rückfragen kontaktiert uns gerne unter gebet@dialog16.at!

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme!

Tag des Gebets, des Fastens sowie der Werke der Barmherzigkeit und des Bittens für die Menschheit

Das „Religionenforum Ottakring“ lädt herzlich ein, sich am Donnerstag, 14. Mai 2020 dem Aufruf unterschiedlicher Religionen anzuschließen und einen „Tag des Gebets, des Fastens sowie der Werke der Barmherzigkeit und des Bittens für die Menschheit“ zu begehen.

„Alle religiösen Führungspersonen und alle Menschen auf der Welt sind dazu eingeladen, diesem Appell nachzukommen und sich gemeinsam mit einer Stimme an Gott den Erhabenen zu wenden, dass Er die Menschheit bewahre und ihr dazu verhelfe, diese Pandemie zu überwinden und Sicherheit, Stabilität, Gesundheit und Wohl zurückzubringen, sodass unsere Welt nach dieser Seuche menschlicher und geschwisterlicher werde als zuvor.“

Appell zum interreligiösen Gebet für die Menschheit des Hohen Ausschusses für die menschliche Brüderlichkeit

Ramadan Grußbotschaft 2020

Wir wünschen allen unseren muslimischen NachbarInnen und FreundInnen einen gesegneten Ramadan, der in diesem Jahr wohl etwas anders gefeiert werden wird.

Auch in diesem Jahr wurde anlässlich des Ramadans eine Grußbotschaft des Dechants seitens der katholischen Kirche in Ottakring an die mit uns im „Religionenforum Ottakring“ verbundenen muslimischen Institutionen im Bezirk gesendet. Diese werden wir in den kommenden Tagen übermitteln. Bleibt gesund und Ramadan Mubarak ❤️!

Die Ramadan Botschaft im Wortlaut und als PDF-Dokument zum Download:

Sehr geehrte Musliminnen und Muslime,
liebe Nachbarn!

Auch in dieser außerordentlichen Zeit, möchte ich Ihnen wieder von Herzen meine Grüße und Segenswünsche zum Ramadan übermitteln.

Viele Menschen und Familien leiden weltweit am Coronavirus oder sind von den schwierigen Bedingungen infolge der Virusbekämpfung betroffen. Als Gottgläubige sind jetzt unser Gebet, unsere mitmenschliche Solidarität sowie eine klare öffentliche Haltung für soziale Gerechtigkeit im Umgang mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise gefragt.

Ich kann mir denken, wie schwierig es ist, den Ramadan als muslimische Familien und Moscheegemeinden unter jenen Versammlungsbeschränkungen zu begehen, die aufgrund des Coronavirus notwendig geworden sind. Auch wir Christen mussten kürzlich Ostern, unser höchstes Fest, ohne öffentliche Gottesdienste feiern.

Aber bleiben wir uns als Gläubige gewiss, Gott ist uns Menschen auch in Krisen näher als einige zuweilen denken. Wer, wenn nicht Er, führt uns zu jeder Zeit in Seinem Segen? Was, wenn nicht ein lebendiger Glaube, kann uns Besonnenheit, Achtsamkeit und Standhaftigkeit für herausfordernde Phasen des Lebens geben?

Mit den besten Wünschen an alle Mitglieder Ihres Vereins und ihre Familien,

Dechant Thomas Natek und Mag. Wolfgang Bartsch

Die Ramadan-Grußbotschaft 2020

Corona-Krise: Christliches und islamisches Gebet

Vielen Dank für die Initiative der Pfarre Maria Namen, die hier auf ihrer Facebook-Seite jeden Tag während der Corona-Krise ein Gebet teilt, bis wir uns wiedersehen! Heute am 29. März 2020 haben Wolfgang Bartsch und Ramazan Demir für das Religionenforum Ottakring ein Gebet beigesteuert. Betet mit uns ?!

O GOTT,
du bist allmächtig und treu, du bist uns nahe im Leid und machst uns standhaft in Bedrängnis! Wir danken dir, dass du uns stärkst mit Weisheit, Besonnenheit und Solidarität – du, der du uns Heilung und Heil sein willst.
Amen

O ALLAH,
du bist der Allerbarmer, der Allbarmherzige. Dir allein dienen wir und dich allein bitten wir um Hilfe. Schenke uns Geduld und Großzügigkeit!
Hilf uns in dieser schwierigen Situation! Hilf all den Menschen, die deine Hilfe benötigen.
Amin

Bild von klimkin auf Pixabay

Religionenforum Ottakring: „Zugehörigkeit und Zusammenleben“

Über 60 Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen, beiderlei Geschlechts, aus verschiedenen sozialen und beruflichen Feldern und unterschiedlichen religiösen Hintergrunds trafen einander am 19. Februar 2020 beim bosnischen Moscheeverein in Ottakring. Diese bunte Vielfalt passte perfekt zum „Religionenforum Ottakring“- Themenabend unter dem Titel „Zugehörigkeit und Zusammenleben“.

In zwei Impulsreferaten spannten die Expertinnen des Abends, Amani Abuzahra und Regina Polak, einen anschaulichen Bogen über individuelle, theologische, historische, sozioökonomische und politische Facetten, die zu Schwierigkeiten und Chancen einer „begegnungsoffenen Identität“ in pluralen Gesellschaften beitrugen. Zur veröffentlichten Meinung vom „Kulturkampf“ zwischen Christentum und Islam wurde die Notwendigkeit einer Gegenerzählung formuliert, die den realen Gegebenheiten, gesellschaftlichen Reibungsflächen und Notwendigkeiten des Zusammenlebens im Alltag gerechter werden könnte. Es wurde betont, dass eine dialogische Herangehensweise an das Miteinander vor allem auf drei Säulen beruhte: einer gefestigten eigenen Position, dem Verstehen versuchen des anderen und der Fähigkeit, unterschiedliche Auffassungen und Lebensweisen respektvoll belassen zu können.

Diskussionsgruppe zu den aufgeworfenen Fragen

In Stille, Kleingruppengesprächen, einer abschließenden Plenumsdiskussion und bei geselligem Ausklang mit Buffet des Gastgebers, Džemat Bosna, konnten die aufrüttelnden Gedanken und alltagspraktischen Anstöße mit einander vertieft werden.